Schallschutzhalle Inspektion, Flughafen Zürich

Die Schallschutzhalle am Flughafen Zürich dient der Schallabsorption bei Triebwerkstests von Flugzeugen. Es handelt sich dabei um ein Gebäude, das grundsätzlich aus vier Teilen besteht:
– die Tragstruktur: ein aussenliegendes Stahlfachwerk aus Hohlstahlprofilen, verbunden mit geschweissten und geschraubten Stössen
– die Schallschutzhülle: Betonwände mit innenliegenden Schallschutzelementen. Die Schallschutzelemente sind mit Dämmmaterial gefüllte Chromstahlkästen
– die Spoilerwand: Dient der Umlenkung des Luftstromes nach oben während den Triebwerkstests
– die Tore: zwei 550 Tonnen schwere, auf je vier Fahrwerken gelagerte, schwenkbare Stahlkonstruktionen

Im Auftrag der Flughafen Zürich AG dürfen wir die Schallschutzhalle einer regelmässigen Inspektion unterziehen. Dazu gehören:
– Untersuchung des Korrosionsschutzes des Fachwerkes
– Prüfung der Schallschutzhülle, insbesondere der Schallschutzelemente in der Spoilerwand
– Tests zum Anheben der Tore, um die Fahrwerke ausbauen zu können

Die Inspektion des Fachwerkes führte bereits zu einer ersten umfangreichen Sanierung der geschraubten Stossverbindungen. Der Komplexität des Fachwerkes geschuldete Spälte zwischen den Stirnplatten begünstigen wasserstoffinduzierte Spannungskorrosion. Aufgrund von kapillarähnlichen Kräften kann Regenwasser nicht vollständig abfliessen, welches dann unter UV – Strahlung photochemisch zu Wasserstoff umgewandelt wird. Dieser Prozess hat den Schrauben zum Teil schon stark zugesetzt. Entsprechend wurden alle Schrauben ersetzt und die Stirnplattenstösse abgedichtet. Die ersten Arbeiten wurden im Jahr 2023 ausgeführt.

Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Korrosionsbeschichtung im Bereich der geschweissten Stösse zum Teil Risse aufweist und die Funktion damit beeinträchtig ist. Die schadhaften Stellen werden eingehaust, gestrahlt und neu beschichtet. Im Jahr 2025 werden die ersten Bereiche saniert.

Die enormen dynamischen Einwirkungen auf die Schallschutzelemente in der Umlenkwand bedingen eine regelmässige umfangreiche Inspektion. Dazu werden jährlich mehrere Elemente ausgebaut und geprüft. Hauptaugenmerk liegt dabei auf das korrekte Anziehdrehmoment der Verschraubungen.

Mit zu den komplexesten Aufgaben gehören die Fahrwerkwechsels. Ein Worst – Case – Szenario wäre der Ausfall eines der Fahrwerke, welche zum Öffnen der Tore dient. Um schnell reagieren zu können, wird der Ernstfall geprobt.

Um ein Fahrwerk überhaupt ausbauen zu können, muss das 550 Tonnen schwere Tor mittels Hydraulikpressen mehrere Zentimeter angehoben. Ist das Fahrwerk somit entlastet, wird dieses ausgebaut und gleich einer Revision unterzogen. Die ersten Versuche wurden 2024 erfolgreich durchgeführt. Alle Arbeiten laufen einwandfrei.

Aufgabe: Zustandsuntersuchung, laufende Inspektion, Planung von Sanierungsarbeiten, Bau- und Gesamtleitung

Dies ist hauptsächlich den beteiligten Unternehmen zu verdanken:
Korrosionsschutz/Beschichtung | TEKO Oberflächentechnik AG, Flüelen
Gerüste | Roth Gerüste AG, Gerlafingen
Hebe- und Verschiebetechnik | HEBAG AG, Winterthur
Hochbau | Baltensperger AG, Winterthur

 

Auftraggeber:inFlughafen Zürich AGBauingenieur:inDr. Deuring + Oehninger AG, WinterthurKorrosionsschutz/BeschichtungTEKO Oberflächentechnik AG, FlüelenGerüsteRoth Gerüste AG, GerlafingenHebe- und VerschiebetechnikHEBAG AG, WinterthurHochbauBaltensperger AG, Winterthur

Projektteam

Senior Projektleiter / Bauleiter | BSc ZFH Bau-Ing.

MATHIAS GALLATI
Projektleiter
E-Mail

Sarah Sabic | Ingenieurin | BSc in Bauwesen

SARAH SABIC
Ingenieurin
E-Mail

Jarik Joss | Zeichner

JARIK JOSS
Konstrukteur
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Pierre Eisenlohr | Auszubildender

PIERRE EISENLOHR
Konstrukteur

Alexander Mierzwa | CEO Stv. | Dipl.-Ing (FH)

ALEXANDER MIERZWA
GL-Mitglied, Korreferent
E-Mail