3. Rang Projektwettbewerb Neubau Campus HES-SO, Valais-Wallis
Wir freuen uns im Team der Dürig AG, Zürich den 3. Rang erreicht zu haben.
Kohärenz von Architektur, Struktur und Materialisierung
Dem heterogenen Baugrund und den schlecht tragfähigen oberflächennahen Schichten werden mit Tiefenfundation mittels Pfähle begegnet, deren Ausbildung nach vertieften Untersuchungen festgelegt werden kann um Setzungsdifferenzen zu minimieren. Die Mitwirkung der Bodenplatte wird angestrebt, um durch deren Aktivierung die Tiefenfundation zu optimieren, d. h., es wird eine kombinierte Pfahl-Platten-Fundation (KPP) vorgesehen. In der Höhenlage wird das Untergeschoss des Neubaus so angeordnet, dass der Mittelwasserstand des Grundwassers nicht tangiert wird. Die Pfähle verringern die Durchflusskapazität nicht mehr als 10 %. Die Stabilisierung des Gebäudes gegen Horizontallasten infolge Winds, sowie der aussergewöhnlichen Bemessungssituation Erdbeben, erfolgt mittels eines dreidimensionalen Stahlfachwerks im Atrium. Entsprechend der Lage und Nutzung werden Erdbebenzone Z3b bzw. Bauwerksklasse II angesetzt. Die Fachwerke sind ideal angeordnet, so dass Massenzentrum und Steifigkeitszentrum nahezu identisch sind, womit keine zusätzlichen Torsionsbeanspruchungen resultieren.
Aus dem statisch mittragenden Beton der Hybriddecken werden die Beanspruchungen zu den horizontalen Stahlträgern geführt, welche die Deckenfelder gegen das Atrium abschliessen und die Bestandteile der Fachwerke sind. Bedingt durch die hohe Beanspruchung infolge der Zone Zb3 genügen die dimensionierten Profile den Anforderungen für die Bemessungssituation Brand ohne zusätzliche Verkleidung oder adäquate Massnahmen.
Die Skelettbauweise des Gebäudes führt für die vorgesehene Nutzung und auch für spätere Anpassungen zu einer hohen Flexibilität. Alle Lasten werden direkt zur Fundation geleitet, wobei die Stützen im Bereich der Parkierung auch für Anpralllasten ausgelegt sind. Die Hybriddecken aus Holz und dem im Verbund mitwirkenden Überbeton ermöglichen eine effiziente Umsetzung, die auch schalltechnisch optimal ist. Die Holz-Beton-Verbunddecken liegen auf Betonträgern auf, welche die Lasten zu den Stützen führen. Einzige Ausnahme zur direkten Ableitung der Kräfte bildet die Achse über der Aula, wo ein mehrgeschossiges Fachwerk in die Wandebene eingelassen ist und die Kräfte auf die benachbarten Achsen führt.
Auftraggeber:in: HES-SO Valais-Wallis
Architekt:in: Dürig AG, Zürich
Landschaftsarchitekt:in: Chaves Biedermann GmbH, Basel
Bauingenieur:in: Dr. Deuring + Oehninger AG, Winterthur















